Hospizgruppe Überlingen e.V.

Seit unserer Gründung im Jahr 1994 – entstanden aus einer Initiative der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Überlingen – begleiten wir Menschen auf ihrem schwersten Weg. Wir sind als Mitglied des Hospiz- und PalliativVerbands Baden-Württemberg e.V. Teil der Hospizbewegung.

 

Was vor über drei Jahrzehnten klein begann, ist heute eine starke Gemeinschaft: 40 ehrenamtliche Hospiz- und 6 Trauerbegleitende engagieren sich bei uns mit viel Herz und Einfühlungsvermögen. Alle zwei Jahre werden neue Hospizbegleitende ausgebildet und bereichern die Gruppe. Unterstützt wird dieses Team von acht Vorstandsmitgliedern.

Damit unsere Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird, koordinieren unser hauptamtlicher Koordinator und seine Stellvertreterin alle Einsätze.

Unsere Leitsätze

  1. Wir verstehen Leben und Tod als eine Einheit.

  2. Wir achten und respektieren die Würde des Menschen und machen keinen Unterschied hinsichtlich der Religion, der Weltanschauung, der Herkunft oder der Art der Erkrankung.

  3. Wir orientieren uns in unserer Arbeit an christlich-humanen Werten.

  4. Wir verstehen Ehrenamtlichkeit als Möglichkeit, Menschen offen, achtsam und respektvoll zu begegnen.

  5. Wir sind bereit, unsere Beweggründe und unsere Tätigkeit immer wieder neu zu überdenken und ggf. neu auszurichten.

  6. Wir tragen die Verantwortung, dass die Gruppe einen geschützten Raum bietet, aus dem wir immer wieder Rückhalt bekommen.

Leitlinien zum selbstbestimmten Sterben und in Grenzsituationen

  1. Die Haltung der Hospizgruppe Überlingen ist lebensbejahend.

  2. Wir achten und respektieren die Autonomie und Individualität jedes Menschen.

  3. Jeder sterbende Mensch hat ein Recht auf Begleitung.

  4. Wir begleiten sterbende Menschen und greifen nicht aktiv in den natürlichen Sterbeprozess ein.

  5. Bei Suizidwünschen besprechen wir gemeinsam die Vorgehensweise für den jeweiligen Sachverhalt in der Hospizgruppe und stehen nicht alleine.

Der Hospizgedanke

Die moderne Hospizbewegung entstand in den 1960er-Jahren durch das Engagement von Cicely Saunders in England. Als Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin entwickelte sie die Schmerztherapie weiter und integrierte die medizinische, pflegerische, psychosoziale und seelsorgliche Begleitung von Sterbenden in ihrem 1967 gegründeten ersten modernen Hospiz: St Christopher’s Hospice in London.

Der Grundgedanke der Hospizarbeit ist seitdem unverändert:

"Nicht dem Leben mehr Tage geben,
sondern den Tagen mehr Leben."

Vorstand

Die Vorstandsmitglieder werden – mit Ausnahme der beiden stellvertretenden Vorsitzenden – von der Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende entsendet die evangelische und die katholische Kirchengemeinde je eines ihrer Gemeindemitglieder.

Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, soweit sie nicht durch Satzung der Mitgliederversammlung übertragen sind.

Er nimmt insbesondere folgende Aufgaben wahr:

  • Vorbereitung, Einberufung und Durchführung der Mitgliederversammlungen
  • Beratung und Beschluss des Haushaltsplans
  • Kontaktpflege zur Koordination und zur Gruppe der Hospizbegleitenden
  • Förderung der Öffentlichkeitsarbeit und Konzepterstellung bei Veranstaltungen und Präsentationen
  • Organisation der Veranstaltungen des Vereins
  • Begleitung und Verantwortung der inhaltlichen und spirituellen Ausrichtung sowie der Entwicklung des Vereins

Hans-Peter Walter (Schriftführer), Elisabeth Scharl (Beisitzerin Hospizbegleitende), Ortwin Engel-Klemm (Koordinator), Willi Rinderer (Vorsitzender), Eugenie Feyrer (Beisitzerin Hospizbegleitende), Sabine Müller (Stellv. Vorsitzende, kath. Kirchengemeinde), Monika Samland (Schatzmeisterin), Elsie Fickenscher (Stellv. Vorsitzende, ev. Kirchengemeinde), Inge Mayer (Beisitzerin Caritas Linzgau), nicht auf dem Bild: Ilse Erzigkeit (Beisitzerin Trauerteam)

Von Anfang an... 

1991

Anregung von Dekan Fridolin Dutzi, sich mit der Hospizbewegung und einer Sterbebegleitung in Überlingen auseinanderzusetzen.

1992

Einbeziehung der evangelischen Gemeinden in die Planung zur Gründung einer Hospizgruppe. Mitglieder aus dem ökumenischen Besuchsdienstkreis im Städtischen Krankenhaus Überlingen nehmen an einem Vorbereitungskurs für Sterbebegleitung in Ravensburg teil.

1993

Ökumenischer Hospizausschuss bereitet die Vereinsgründung vor. Entwurf der Satzung durch Dr. med. Claus van de Loo und Dr. theol. Jan Badewien.

1994

16.03.1994: Gründungsversammlung der Hospizgruppe Überlingen e.V. mit 24 anwesenden Gründungsmitgliedern.
17 ausgebildete Hospizbegleitende sind im Einsatz.
Vorsitzender: Theodor Schmied
Einsatzleitung: Eva Prutscher
Gruppenleitung: Martina Reiser

1995

Gruppenleitung: Alexander Mayer.
Monatliche Zusammenkünfte unter ehrenamtlicher Mitwirkung von Dipl. Psychologin Brigitte Marx-Markwort.

1996

Beginn einer Supervisionsgruppe mit Brigitte Marx-Markwort.

1997

Wechsel im Vorstand: Herr Schmied übergibt nach drei Jahren an seinen Nachfolger Edgar Apin.

1998

Beitritt zur Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hospiz Baden-Württemberg.

1999

Vortragsreihe: „Tödliches Mitleid. Zum Problem der neuen Euthanasiebewegung“, „Organspende“ und „Patientenverfügung und deren Verbindlichkeit“.

2002

Beginn des Sprechstunden-Angebots zum Thema Patientenverfügung durch Karl Prutscher. Eva Prutscher beendet nach 10 Jahren ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Begleiterin und Einsatzleitung.

2003

Sigrid Munck-Van Damme übernimmt die Koordination als Teilzeitkraft. Die Förderkriterien für die Zuschüsse der Krankenkassen werden erfüllt.

2004

10-jähriges Jubiläum.

2006

Ein neues Logo wird entworfen.

2007

Ausbildung von Hospizbegleitenden nach dem „Celler Modell“ durch Hermann Hess und Sigrid Munck-Van Damme. Beginn einer Trauergruppe durch Frau Neubert.

2008

Gedenkgottesdienst für Angehörige und Begleitende als fester Bestandteil im Jahreskalender. Erstes Lichterlabyrinth vor dem Stadtarchiv.

2009

Einzelgespräche in der Trauerbegleitung.

2010

Herr Krimmer übernimmt Nachfolge von Edgar Apin als erster Vorsitzender.

2012

Bodenseekirchentag: Infostand „Markt der Möglichkeiten“ im Badgarten.

2013

Erste Überlinger Hospizfilmtage.

2014

Erstmals eigene Büroräume im Paul-Gerhardt-Haus.
20-jähriges Jubiläum.

2015

Teilnahme beim Tag der offenen Tür im Helios Spital.

2017

Neue Büroräume in der Mühlbachstraße.
Cornelia Haag löst Sigrid Munck-Van Damme als Koordinatorin ab.

2018

Gemischtes Doppel mit Cornelia Haag und Marion Freund im Augustinum: Hospizgruppe und Ernie Schmitt Stiftung im Dialog.

2019

25-jähriges Jubiläum unter Schirmherrschaft von Anette Schavan (Bundesministerin a.D.).

2020

Neue Koordinatorinnen Ingrid Eilers und Rita Scheuing. Wechsel im Vorstand: Willi Rinderer übernimmt das Amt des Vorsitzenden von Gerhard Krimmer. Vortragsreihe „Sterben und Tod in unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen“.

2021

Alle Präsenzveranstaltungen finden aufgrund der Corona-Pandemie als Online-Veranstaltung statt.
Uta Kühnemuth wird neue Koordinatorin im Team mit Ingrid Eilers.

2022

Erster "Letzte Hilfe Kurs" mit Elsie Fickenscher und Ingrid Eilers (online). Das neue 5-köpfige Trauerteam bietet ein regelmäßiges Trauercafé im Pfarrhaus am See an. 

2023

Eugenie Feyrer übernimmt die Stellvertretung der Koordination. Neuer Koordinator: Ortwin Engel-Klemm.

2024

30-jähriges Jubiläum unter Schirmherrschaft von Anette Schavan (Bundesministerin a.D.).

2025

3-tägiges Sterbeseminar für die Auszubildenden der Pflege (Marie-Curie-Schule). Klausurtagung mit Begleitenden und Vorstand. Trauerbegleitung nach Suizid durch Rebekka Geldmacher.

2026

Trauerspaziergang als neues Trauerangebot. Neugestaltung der Homepage.